Ein Gespenst geht um. Das Gespenst des Gender*Sternchen

Zur aktuell in der Kommunalpolitik geführten Diskussion über gendergerechte Sprache

Aktuell wird hart gestritten, wie in der Sprache mit dem weiteren Geschlecht umgegangen werden soll, nachdem das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, dass es nicht nur zwei Geschlechter (männlich/weiblich) gibt. Dabei reicht das Spektrum von „absolut notwendig“ über „völlig überflüssig“ bis hin zur „absoluten Ablehnung“.

DIE LINKE misst diesem Thema eine grundsätzliche Bedeutung zu. Es im Vergleich zu anderen Themen – Kinderarmut; akute Wohnungsnot und bezahlbare Mieten, das Auseinanderdriften von Arm und Reich, die Auswirkungen des Klimawandels – abzuwerten, ist nicht hinnehmbar. Diesen Gefallen sollten wir den rechtskonservativen Kräften um Herrn Maaßen usw. nicht tun.

Sprache ist gleichzusetzen mit sozialem Handeln und das Ziel ist, niemanden zu diskriminieren. Alle Identitäten und Gruppen sollen gleichermaßen anerkannt werden, ohne jemanden besonders hervorzuheben, wie wir es mit ausschließlichen Nutzung der männlichen Anrede tun würden.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Frau Frahm hat Recht, wenn sie eine Diskussion einfordert, wie eine geschlechtergerechte Kommunikation umgesetzt werden kann. Es ist hierbei nicht die Frage, ob eine geschlechtergerechte Kommunikation notwendig ist, sondern wie wir sie umsetzen.

Was wir brauchen ist eine ruhige Debatte, die davon geprägt ist, niemanden auszugrenzen und Möglichkeiten auszuloten, wie dieses darstellbar ist. Lautes Getöse und populistisches Wahlkampfgeschrei wie die CDU es aktuell versucht, ist dabei wenig hilfreich. Ministeriale Befugnisse zu missbrauchen, um medienwirksam die Ausgrenzungspolitik der CDU zu präsentieren, wie es gerade Frau Prien mit ihrem Erlass für die Schulen getan hat, ist dabei wenig hilfreich. Bei der Lösung kann es nur helfen, sich an einen Tisch zu setzen und als öffentliche Einrichtung oder staatliche Organisationen muss überlegt werden, wie ein Kompromiss aussehen kann. Die Faktion DIE LINKE hat daher auf der entsprechenden Sitzung im für Gleichstellung zuständigen Ausschuss vorgeschlagen, eine Kommission zu gründen, die Empfehlungen erarbeitet, die von der Politik genauso wie von der Verwaltung getragen werden können.